Wir freuen uns, Prof. Dr. Zinon Papakonstantinou von der University of Illinois at Chicago bei uns als Humboldt-Stipendiaten begrüßen zu dürfen.
Seine Forschungsschwerpunkte umfassen die antike griechische Sozial-und Kulturgeschichte (Recht, Sport, Kommensalität, Magie), insbesondere der archaischen und klassischen Zeit, die griechische Epigraphik, die griechische Literatur und die Rezeption der klassischen Kulturen.
Prof. Papakonstantinou wird in den Sommern 2013 - 2015 bei uns ein Buch zum Zusammenhang von Magie und Recht im klassischen Athen schreiben.
Wir wünschen ihm einen angenehmen und produktiven Aufenthalt.
Montag, den 27.05.201314:00 Uhr c.t.
Von-Melle-Park 6, Hörsaal E
Prof. Dr. Gregor Weber
(Lehrstuhl für Alte Geschichte, Universität Augsburg)"Ptolemaios Makedōn. Makedonische Traditionen bei den frühen Ptolemäern?"

Der Vortrag geht der Frage nach, welche makedonischen Traditionen bei den ptolemäischen Königen, ihrer engeren Umgebung und ihren Untertanen vorzufinden waren. Nach dem Versuch einer Definition, was unter ‚Makedonen’ vor und nach Alexander d.Gr. verstanden wurde werden relevante Sachthemen abgehandelt: die inschriftliche Selbstdarstellung der Ptolemäer, Aspekte der historiographischen und poetischen Umsetzung (bes. Polybios und Poseidippos), die bauliche Gestaltung und bildliche Repräsentation (vor allem Pan und das Paneion in Alexandreia, Kleidung, Münzdarstellungen) sowie der makedonische Kalender. Neben der ersichtlichen Schwierigkeit, Makedonisches nicht immer von Griechischem abgrenzen zu können, wird deutlich, dass ein Schwerpunkt der Inanspruchnahme und Propagierung makedonischer Elemente unter Ptolemaios I. bestand, während sein Sohn der Durchdringung der ägyptischen Chora Priorität zumaß. Unter Ptolemaios III. sind Ambitionen feststellbar, die Makedonizität mit Blick auf die ptolemäische Position in der griechischen Welt zu betonen. Danach verlor erkennbar Makedonisches immer mehr an Präsenz.
Mittoch, den 12.06.2013
18:00 Uhr c.t.
Von-Melle-Park 6, Phil 972
Herr Dr. Iván Fumado Ortega
(Deutsches Archäologisches Institut Berlin / Topoi)
"Aufstieg und Fall eines orientalistischen Diskurses: Zur Stadtentwicklung im phönikischen Karthago"

Die Urbanistik im phönikischen Karthago, die oft als ungeplant,
unregelmäßig oder sogar chaotisch bezeichnet wurde, ist von der modernen
Forschung als Bestätigung einer orientalischen Identität wahrgenommen
worden. Dementsprechend sind Zeichen von Regelmäßigkeit in der
vorrömischen Phase entweder unterschätzt, ignoriert und geleugnet oder
mit dem Paradigma der Hellenisierung erklärt worden. Archäologische
Beweise deuten hingegen darauf hin, dass die Stadtentwicklung Karthagos
von Anfang an durch räumliche Regelmäßigkeitsvorstellungen zu erklären
ist. In der Tat hat die Forschung einerseits ignoriert, dass die Wurzeln
dieser Raumvorstellungen im Nahen Osten zu finden sind und andererseits
die wichtige Rolle verkannt, die Karthago und andere
phönikisch-punische Städte für die Entwicklung des antiken Stadtwesens
gespielt haben. Ziel des Vortrags ist es daher, jenseits der
Diskussionen über den fragwürdigen Zusammenhang zwischen Identität und
Urbanismus den orientalistischen Diskurs über Karthago zu hinterfragen.
Mittoch, den 26.06.201310:00 Uhr c.t.
Von-Melle-Park 6, Phil 1239
Frau Prof. Dr. Mirella Romero Recio
(Universidad Carlos III, Madrid)
"Die Wiederentdeckung von Pompeji: Archäologie und Fiktion"
(Vortrag in spanischer Sprache)

Die Wiederentdeckung von Pompeji im Jahre 1748 war für die Intellektuellen eines der bedeutsamsten Ereignisse des 18. Jahrhunderts. Die Gelehrten wie auch die Freunde der Altertümer waren von den Funden derart begeistert, dass sich Vorstellungen von dieser Stadt zu verbreiten begannen, die wenig mit ihr gemein hatten. Diese Tendenz verstärkte sich noch, nachdem Edward Bulwer-Lyton seinen Roman „Die letzten Tage von Pompeji“ veröffentlicht hatte. Der Vortrag zeichnet zum einen die Wiederentdeckung der Stadt nach und setzt sich zum anderen mit deren Widerhall in den Berichten der ersten Reisenden auseinander, die die Möglichkeit hatten, sie zu besuchen.
Mittoch, den 26.06.201314:00 Uhr c.t.
Von-Melle-Park 6, Phil 1211
Frau Prof. Dr. Clelia Martínez Maza
(Universidad de Málaga)
"Ägypten in der Spätantike. Konflikte zwischen den traditionellen Religionen und dem Christentum"
Das religiöse Panorama, das die ländlichen Gebiete des spätantiken Ägypten bieten (4.-5. Jh.) bieten, unterscheidet sich sehr von demjenigen, was in den Städten zu beobachten ist. So richten sich die Angriffe der Christen in einer Großstadt wie Alexandria gegen die Vertreter des griechisch-römischen Pantheons (Serapis, Zeus-Ammon), auf dem Land jedoch gegen die traditionellen Religionen. Beiden Angriffen gemein sind die Ziele - die Zerstörung der Tempel und ihrer Kultbilder sowie die Verfolgung der Heiden. Diese versuchen sich unter Berufung auf die Gesetze zu helfen, leisten gewaltsam Widerstand oder resignieren.