Im Arbeitsbereich Deutsche Geschichte (Frühe Neuzeit, Neuere Geschichte, Zeitgeschichte) sind in Forschung und Lehre neben einer modernen kritischen Politikgeschichte vor allem sozial- und kulturhistorische Ansätze vertreten. Das wissenschaftliche Personal (3,5 Professuren) forscht und lehrt schwerpunktmäßig im Bereich der Deutschen Geschichte vom 16. bis zum 20. Jahrhundert. Durch komparatistische und Arbeiten über internationale Beziehungen ergibt sich eine enge Zusammenarbeit mit Kolleginnen und Kollegen der Arbeitsbereiche Europäische und Außereuropäische Geschichte, die sich in gemeinsamen Tagungen, Publikationen und Forschungsvorhaben sowie in der gemeinsamen Lehr- und Prüfungstätigkeit zeigt. Innerhalb Hamburgs bestehen enge wissenschaftliche Kontakte mit der Forschungsstelle für Zeitgeschichte in Hamburg, mit dem Institut für die Geschichte der deutschen Juden, dem Staatsarchiv der Freien und Hansestadt Hamburg, dem Hamburger Institut für Sozialforschung sowie der Otto-von-Bismarck Stiftung.
In der Lehre nimmt der Arbeitsbereich Deutsche Geschichte am Historischen Seminar eine zentrale Stellung ein. Die Mehrzahl der Studierenden konzentriert sich auf diesen Bereich, der einen großen Anteil des Lehrangebots abdeckt und in dem die meisten Ba-/MA-, Magister- und Staatsexamensarbeiten, Dissertationen und Habilitationen abgeschlossen werden. Regelmäßig werden Veranstaltungen im Öffentlichen Vorlesungswesen und im Kontaktstudium für ältere Erwachsene angeboten und rege nachgefragt. Das seit dem Wintersemester 2003/04 erprobte Lehren und Lernen im E-Learning-Bereich wird erfolgreich fortgesetzt.
Die Forschungen zur Frühen Neuzeit - unter besonderer Berücksichtigung der Aufklärungszeit - sind vor allem sozial- und wirtschaftsgeschichtlich sowie regionalhistorisch ausgerichtet und umfassen auch die Technik-, Umwelt- und Militärgeschichte.
Innerhalb der breitgefächerten Forschungen zum 19. und 20. Jahrhunderts sind insbesondere zahlreiche Projekte zur Geschichte politischer Bewegungen und Ideologien, zur Geschlechtergeschichte, zur Stadtgeschichte und zur Mediengeschichte zu erwähnen (Beitrag zur Selbstaufklärung der Gegenwart). Als epochal übergreifende Themenfelder, die Potentiale für eine verstärkte Zusammenarbeit bieten, sind zu nennen die Analyse von Selbstzeugnissen, Religion und Gesellschaft (konfessionelle Migration, Konversionen u.a.) die Verbindungen zur europäischen- und außereuropäischen Geschichte schafft. Drittmittel wurden für die Hamburgische Biografie, für E-learning-Veranstaltungen, für zwei Projekte zur Konversionsforschung im Rahmen der DFG-Forschergruppe "Selbstzeugnisse in transkultureller Perspektive" und ein von der Fritz Thyssen Stiftung gefördertes Projekt zur Geschichte jüdisch-christlicher Beziehungen in Hamburg vom 17. bis zum 20. Jahrhundert eingeworben. Einige zeitgeschichtliche Projekte an der Forschungsstelle für Zeitgeschichte werden von der DFG, der Fritz Thyssen Stiftung, der Gerda Henkel Stiftung und der ZEIT-Stiftung Ebelin und Gerd Bucerius gefördert.
Mitglieder des Arbeitsbereichs sind aktiv tätig u.a. in den Leitungsgremien der Gesellschaft für Stadtgeschichte und Urbanisierungsforschung, des Vereins für Hamburgische Geschichte und der Historischen Kommission für Niedersachsen und Bremen, dem Verein "Arbeitskreis für Historische Frauen und Geschlechterforschung", im Wissenschaftlichen Beirat der Stiftung Bundespräsident-Theodor-Heuss-Haus, der Herbert und Elsbeth Weichmann Stiftung, des Deutschen Schülerwettbewerbs Geschichte der Körber-Stiftung und der Buchreihe »Hamburger Köpfe« der ZEIT-Stiftung Ebelin und Gerd Bucerius, als Mitherausgeber der Reihen »Geschichte und Geschlechter« und »Veröffentlichungen des Hamburger Arbeitskreises für Regionalgeschichte (HAR)« sowie der Zeitschriften »Informationen zur modernen Stadtgeschichte« (IMS), »Werkstatt Geschichte», »History and Memory«, »H-German« und des «Jahrbuchs für Regionalgeschichte«, im Wissenschaftlichen Beirat der Zeitschriften »Querelles. Jahrbuch für Frauenforschung« und »Zeithistorische Forschung/Studies in Contemporary History«. Internationale Kooperationen - gemeinsame Tagungen und Projekte - bestehen u.a. zur Bar Ilan Universität in Israel, zum Centre Roland Mousnier (Paris IV /Sorbonne), zu den Universitäten Bordeaux III, Kopenhagen, Joensuu (Finnland) und mehreren japanischen Universitäten.
(Text: Angelika Schaser, Franklin Kopitzsch und Axel Schildt)
[Stand: Januar 2009]
Sabine Schart, Phil 1357
Historisches Seminar
Arbeitsbereich Deutsche Geschichte
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