PD Dr. Carolin Dorothée Lange

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Biographische Notiz
Carolin Lange ist Lehrbeauftragte an der Universität Hamburg und assoziierte Wissenschaftlerin am Institut für die Geschichte der deutschen Juden. Als Expertin für Provenienzforschung ist sie außerdem akademische Direktorin für den Certificate of Advanced Studies (CAS) an der Universität Neuchâtel. Ihre Arbeitsschwerpunkte sind Holocaust Studies und die Sozialgeschichte des Dritten Reiches, NS-Raubkunst, Mikrogeschichte sowie die politische Kultur der Weimarer Republik und des 21. Jahrhunderts. In ihrer Forschung fragt sie unter anderem, wie die nichtjüdische Bevölkerung mit der Deportation ihrer jüdischen Nachbar:innen während der Shoah umgegangen ist; warum Menschen 1933 Hitler gewählt haben, obwohl sie seine politischen Inhalte ablehnten oder aus welchen Gründen Thilo Sarrazins „Deutschland schafft sich ab“ zu einem der größten Sachbuch-Bestseller der Nachkriegszeit geworden ist.
Vor ihrer Habilitation an der Universität Hamburg im Sommer 2026 war sie unter anderem Postdoc-Fellow am Max-Planck-Institut für Gesellschaftsforschung in Köln und an der University of Washington in Seattle, USA sowie Mandel-Fellow am United States Holocaust Memorial Museum in Washington DC.
Publikationen
Publikationsliste (Auswahl)
Politisch inkorrekt – Oder: Was hat Sarrazin eigentlich mit dem Sturm und Drang zu tun? (Hannover: Wehrhahn, 2014).
Genies im Reichstag: Führerbilder des republikanischen Bürgertums in der Weimarer Republik (Hannover: Wehrhahn, 2012). (Dissertation)
Peer Reviewed Journal Articles & Buchkapitel
‘Nach ‚einer Stunde schlief ich ein und gieng dann hinaus’ – Ästhetische Demokratie und Führerbilder in der Weimar Republik. Philipp Ruch und Thomas Weber (eds.) Wenn das Gestern anklopft: Weimar und die Wiederkehr der Geschichte (Freiburg: Herder, 2025), 88–97.
Lange, Carolin, and Christoph Kreutzmüller, ‘Housing Resilience – Mortgages and Dispossession 1933-1941’. Yad Vashem Studies 52.2, 47–74.
Die große Säuberung in der Ansbacher Straße 34 – Die Mikrogeschichte eines Gutachtens. Christoph Kreutzmüller & Akim Jah (eds.), Zwangsräume – Antisemitische Wohnungspolitik in Berlin 1939-1945 (Berlin: Metropol, 2024), 244–254.
Lange, Carolin, und Thomas Schmutz, Provenienzforschung NS-Raubgut: Grundlagen und Einführung in die Praxis, Verband der Museen der Schweiz/ICOM Schweiz.
After They Left – Looted Jewish Apartments and the Private Perception of the Holocaust. Holocaust & Genocide Studies 35 (2020), 431–449.
Monogames und promiskuitives Lesen: Über die verborgenen Grundlagen der Autonomieästhetik um 1800. German Studies Review 42.1, 1–18.
Lange, Carolin, Bach, Christine, ‘Sieben Kisten mit jüdischem Material’ – Der Raub der Judaica in Unterfranken 1938. ‘Sieben Kisten mit jüdischem Material’ – Von Raub und Wiederentdeckung 1938 bis heute (Berlin: Hentrich & Hentrich, 2018), 91–104.
Lange, Carolin, Bach, Christine, Restitution von jüdischem Kulturgut. Jüdisches Kulturgut. Erkennen, Bewahren, Vermitteln (Berlin/München: Deutscher Kunstverlag/De Gruyter, 2017), 156–166.
Lange, Carolin, und Pyta, Wolfram, Die darstellungstechnische Seite von Mein Kampf. Totalitarismus und Demokratie, 13.1: 45–69.
‘In diesem Sinne hat jede Zeit, hat jedes Volk die Führer, die sie verdienen’ – Zum Politik- und Politikerbild des republikanischen Bürgertums in der Weimarer Republik. German Studies Review 36.2, 237–257.
‘Das wird man wohl noch sagen dürfen’– Oder: Was hat Thilo Sarrazin eigentlich mit dem Sturm und Drang zu tun? Max Planck–Institut für Gesellschaftsforschung 11/9: 1–20.