Adrian Mohr, M.A.

Doktorand bei Prof. Dr. Birthe Kundrus
Deutsche Geschichte
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Schwerpunkte
- Deutsche Geschichte des 20. Jahrhunderts
- Geschichte von Bunkern, Luftschutz & Zivilschutz
- Zeitforschung
- Raumforschung
- Gewaltgeschichte
Biographische Notiz
- 10/2025-01/2026 Akademischer Tutor im Masterseminar „Über-Blick. Eine Homepage zum Bunker am Heiligengeistfeld“
- 03/2025-08/2025 Akademischer Tutor im Masterseminar „Über-Blick. Videos zum Bunker am Heiligengeistfeld“
- Seit 2025 Stipendiat der Landesgraduiertenförderung
- Seit 2025 Doktorand am Fachbereich Geschichte bei Prof. Dr. Birthe Kundrus
- 10/2024-01/2025 Studentischer Tutor im Einführungsseminar von Prof. Dr. Kundrus
- 03/2022-09/2022 freiberufliche Arbeit als Lektor
- 04/2019-09/2024 Studentische Hilfskraft im DFG-Graduiertenkolleg „Interkonfessionalität in der Frühen Neuzeit“
- 10/2021-11/2024 Master of Arts Geschichte an der Universität Hamburg; Masterarbeit: „Mutmaßungen über Soltau. Ein Endphaseverbrechen und seine Narrative“
- 10/2017-09/2021 Bachelor of Arts Philosophie, Nebenfach Geschichte; Bachelorarbeit: „Zur Rolle der Ökonomie in Christoph Menkes Kritik der subjektiven Rechte“
Dissertationsprojekt
„Betonierte Hüllen von Raum und Zeit. Gesellschaftsgeschichte des Bunkers in Hamburg, 1918-1989“
80 Jahre nach Ende des Zweiten Weltkriegs haben Bunker in der gesellschaftlichen Debatte Deutschlands Hochkonjunktur: Nach jahrzehntelanger Diskussion über die „hässlichen Quader“ wird aufgrund des russischen Angriffs auf die Ukraine plötzlich wieder auf ihre Reaktivierung gedrängt. Trotz des gestiegenen öffentlichen Interesses liegt bislang keine umfassende Gesellschaftsgeschichte zum Bunker in Deutschland vor. Dieses Desiderat soll die geplante Dissertation erfüllen, in der Hamburg mit seinem einzigartigen Bestand dieser Gebäude exemplarisch untersucht wird. Der Fokus auf eine Stadt erlaubt es, die Geschichte der Bunker in Deutschland nicht nur in einer Langzeitperspektive vom Ersten Weltkrieg bis zum Ende des Kalten Kriegs zu untersuchen. Vielmehr können gerade an diesem Fall auch allgemeingültigere Befunde eruiert werden.
Um der Vielfalt des Themas gerecht zu werden und es gleichzeitig zu systematisieren, werden in der Arbeit vier grundlegende Ebenen des Themas analysiert. Die erste Ebene betrifft das Erdenken von Bunkern. Die zweite Dimension betrifft den Bau der Bunker in der Hansestadt. Die dritte Fragerichtung gilt der Nutzung der Bunker in der Stadtgeschichte. Abschließend widmet sich die Arbeit in der vierten Schicht den gesellschaftlichen und politischen Deutungen der Bunker in Hamburg, also vor allem der Wahrnehmung der Bauten als symbolträchtige Orte.
Entscheidende methodische Impulse für diese Arbeit stammen aus dem Spatial und dem Temporal Turn in den Geschichtswissenschaften. „Raum“ wird in den Blick genommen, da Bunker als (Schutz-)Räume sozial konstruiert, auf unterschiedliche Weise wahrgenommen und mit verschiedenen Vorstellungen aufgeladen werden. „Zeit“ ist wiederum ist essenziell, weil in den Monumenten unterschiedliche Zeitschichten enthalten sind und sie die Zeitwahrnehmung ihrer Umgebung sowie die der Schutzsuchenden wie Nutzer:innen stark geprägt haben – und bis heute prägen. Die geplante Dissertation wird somit eine multiperspektivische, epochenübergreifende Gesellschaftsgeschichte des Bunkers am Beispiel Hamburgs vorlegen und an weitere Forschungsbereiche wie etwa die Emotionsgeschichte oder die Forschung zur Material Culture anschließen.