Vorlesungsreihe 24. April bis 03. Juli 2025Kriegsende 1945 in Europa. Ereignisse, Erfahrungen, Deutungen
24. April 2025

Foto: Bundesarchiv, Bild 183-M1015-332 /Fotograf(in) Donath, Otto
Am 8. Mai 2025 jährt sich zum 80. Mal das Ende des Zweiten Weltkriegs – ein einschneidendes Datum in der Geschichte, das ganz Europa und damit auch Hamburg tief geprägt hat. In den sechs Jahren zuvor hatten unter deutscher Führung in ganz Europa bis dahin unvorstellbare Kriegsverbrechen und Gewaltexzesse stattgefunden. Millionen Menschen wurden rassistisch oder politisch verfolgt, Millionen während und nach dem Krieg vertrieben, Millionen ermordet. Inmitten dieses Geschehens entfaltete sich der Völkermord an den europäischen Juden, der Holocaust.
Mit dem Ende des Krieges verbanden viele Menschen die Hoffnung auf Frieden, Bestrafung der Schuldigen und ein Leben in Freiheit. Doch die Ereignisse wie das eigene Handeln und damit auch die Lehren, die man aus dieser Katastrophe ziehen sollte, wurden sehr unterschiedlich gedeutet. Die Ringvorlesung nimmt den Jahrestag zum Anlass, die Erfahrungen während Krieg und Besatzung wie die Erwartungen nach dem Ende der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft in ihrer Vielfalt wie Widersprüchlichkeit vorzustellen und zu reflektieren.
Veranstalterinnen: Arbeitsbereich Deutsche Geschichte des Fachbereichs Geschichte, Universität Hamburg (Prof. Dr. Birthe Kundrus), Forschungsstelle für Zeitgeschichte in Hamburg (Prof. Dr. Kirsten Heinsohn), Institut für die Geschichte der deutschen Juden (Dr. Kim Wünschmann)
"Aus meiner Dienstzeit" – Private Fotoalben und deutsche Weltkriegserinnerung
Dr. Petra Bopp, Kunsthistorikerin, Forschungsschwerpunkte: Fotografie und Kunst im Nationalsozialismus, Kriegsfotografie im 20. Jahrhhundert / Dr. Jürgen Matthäus, Historiker, Washington
Ein unerfüllbares Versprechen. Reparationen im 20. und 21. Jahrhundert
Prof. Dr. Constantin Goschler, Historisches Institut: Zeitgeschichte, Ruhr-Universität Bochum
Entnazifizierungsgeschichten. Die Auseinandersetzung mit der eigenen NS-Vergangenheit in der frühen Nachkriegszeit
Dr. Hanne Leßau, Kuratorin am NS-Dokumentationszentrum der Stadt Köln
Displaced. Über Lebenswege nach dem Holocaust
PD Dr. Franka Maubach, Vertretung der Professur für Allgemeine Geschichte unter besonderer Berücksichtigung der Zeitgeschichte, Universität Bielefeld
Und immer noch flattern die Hakenkreuzfahnen! Vom kommenden Kriegsende, gesteigerter Besatzungsgewalt und den gesellschaftlichen Verfasstheiten in Europa 1944/45
Prof. Dr. Tatjana Tönsmeyer, Historisches Seminar: Neuere und Neueste Geschichte, Bergische Universität Wuppertal
Bangen und Hoffen. Erwartungen und Befürchtungen in der Hamburger Gesellschaft 1945
Prof. i. R. Dr. Michael Wildt, Institut für Geschichtswissenschaften, Humboldt-Universität zu Berlin
Verfolgerland – ein anderer Blick auf die Bundesrepublik
Prof. Dr. Stefanie Schüler-Springorum, Zentrum für Antisemitismusforschung (ZfA), Technische Universität Berlin
Kriegsende in den Dünen. Zur Mikrogeschichte eines Gewaltraums am Beispiel der Insel Langeoog
Prof. Dr. Jörg Echternkamp, Wissenschaftlicher Direktor am Zentrum für Militärgeschichte (ZMSBw), Potsdam
Auschwitz und das Ende des Zweiten Weltkriegs
Prof. Dr. Nikolaus Wachsmann, Professor of Modern European History, School of Historical Studies Birkbeck, University of London