Between Their Maps. Jewish Intellectuals and the Colonial Condition in Europe’s Post-Imperial Cities, 1918-1938
Das Dissertationsprojekt untersucht exemplarisch, wie jüdische Intellektuelle unterschiedlicher politischer Ausrichtungen aus dem östlichen Europa in der Zeit zwischen den Weltkriegen über die Ereignisse in den Peripherien der europäischen Imperien schrieben.
Dabei werden einzelne Konflikte als Gegenstand der Analyse dieser mal mehr, mal weniger bewussten Positionierungen ausgewählt: die Unabhängigkeit und Teilung Irlands, die Geschehnisse in den von Europa kontrollierten Gebieten des südlichen und östlichen Mittelmeers sowie die Entwicklung der Unabhängigkeitsbewegung in Indien.
Jede der Stimmen wird dabei aus ihrer Verwobenheit in ihre jeweiligen Entstehungskonxte heraus interpretiert, wobei pro Kapitel eine Stadt im Mittelpunkt steht: Lviv, Prag, Riga, Berlin, Czernowitz, Warschau und Wien. Die Akteur*innen stehen verschiedenen zionistischen Strömungen nahe, sind Mitglieder im Allgemeinen Jüdischen Arbeiterbund oder verorten sich assimiliert oder internationalistisch und nehmen dementsprechend äußerst unterschiedliche Haltungen zu den Fragen ihrer Zeit ein.
Neben teilweisen Parallelen fallen beim Vergleich der Stimmen jüdischer und nicht-jüdischer Akteure vor allem Unterschiede in der Bewertung der Kämpfe für Autonomie oder Unabhängigkeit in den europäischen Kolonien auf, die aus der unterschiedlichen Stellung der Schreibenden im globalen Machtgefüge herrühren.
- Dauer: 2024-laufend
- Projektleitung: Markus Hengelhaupt, M.A.