Zwischen "sozialem Sprengsatz"&"multikultureller Avantgarde": Deutungskonflikte migrantische Jugendkulturen in BRD u GB
Wann: Do, 28.01.2027, 18:30 Uhr bis 20:00 Uhr
Wo: Universität Hamburg / Forschungsstelle für Zeitgeschichte in Hamburg, Beim Schlump 83, 20144 Hamburg, Lesesaal
Seit dem Ende der 1970er Jahre wurden neue Jugendsubkulturen in vielen westeuropäischen Gesellschaften verstärkt öffentlich diskutiert. Die Rolle migrantischer Jugendkulturen ist bislang jedoch nur wenig erforscht. Der Vortrag untersucht am Beispiel der Bundesrepublik Deutschland und Großbritanniens, wie migrantische Jugendkulturen im Kontext von Arbeitsmigration und postkolonialer Migration in den Fokus von Medien, Politik und Sozialwissenschaften rückten und sich zu einem Kristallisationspunkt von Debatten über Migration und urbane Problemlagen entwickelten. Die Deutungen dieser Jugendkulturen waren jedoch höchst umstritten. Einerseits galten sie als Symptom sozialer Krisen und einer bedrohten gesellschaftlichen Ordnung. Andererseits erschienen sie in antirassistischen und linken Milieus als Ausdruck kultureller Kreativität, politischer Selbstbehauptung und als Hoffnungsträger einer multikulturellen Gesellschaft. Der Vortrag fragt zuletzt danach, wie auch die Agency migrantischer Jugendlicher selbst historisch sichtbar gemacht werden kann.
Max Schellbach, M.A., Historische Bildungsforschung, Universität zu Köln
Die Vorträge werden zusätzlich via Zoom übertragen. Der Link dazu wird kurzfristig auf der Website der Forschungsstelle bekannt gegeben
Öffentliche Vorlesung im Rahmen des Allgemeinen Vorlesungswesens
Pop, Protest und Privileg. Jugend seit den 1980er Jahren
"Jugend" beschreibt die Entwicklungsphase und das Leben junger Menschen zwischen Kindheit und Erwachsenenalter. Zugleich prägt der Begriff aber auch die gesellschaftliche Debatte über junge Leute. In der zeitgeschichtlichen Forschung galt Jugend lange Zeit als Avantgarde. Anhand des Alltags junger Menschen ließen sich gesellschaftlicher Wandel und die Pluralisierung von Lebensstilen nachvollziehen. In der zweiten Hälfte der 1980er Jahre veränderte sich das Bild in Forschung und Öffentlichkeit, nun wurde Jugend zunehmend als unpolitisch, angepasst und ich-bezogen beschrieben. Doch stimmt das?
Die Vortragsreihe "Pop, Protest und Privilegien. Jugend seit den 1980er Jahren“ geht dieser Frage auf den Grund und untersucht den Wandel in der Wahrnehmung und Ausgestaltung jugendlicher Lebenswelten. Präsentiert werden aktuelle Forschungen und Fallbeispiele zu politischem Aktivismus, zur Situation von migrantischen Jugendlichen und den Privilegien junger Menschen aus reichen Elternhäusern.
donnerstags, 18:30 – 20:00 Uhr, Forschungsstelle für Zeitgeschichte in Hamburg, Beim Schlump 83, Lesesaal
Koordination: PD Dr. Knud Andresen / Dr. Marcel Bois / Svea Gruber, M.A. / Maike Raap, Öffentlichkeitsarbeit, alle Forschungsstelle für Zeitgeschichte in Hamburg