Frozen Atlantis
Zum Auftakt des Wintersemesters 2026/27 feiern wir den Abschluss von Bernhard Schirgs Projekt "Reaching for Atlantis" mit der deutschen Erstaufführung des Film-Essays "Frozen Atlantis – Seeking Wonder in Shifting Lands" von Dr. Bernhard Schirg. Die Aufführung findet statt am 6. Oktober 2026 ab 19 Uhr im Metropolis-Kino (Kleine Theaterstraße 10, 20354 Hamburg).
Deutsche Erstaufführung: Frozen Atlantis – Seeking Wonder in Shifting Lands
„Frozen Atlantis“ ist ein filmischer Essay, in dem sich der Renaissance-Forscher Bernhard Schirg auf die Suche macht nach dem Wunderbaren, das Menschen zu allen Zeiten in ihrer Welt fanden – eine poetische Reise durch innere und äußere Landschaften des 21. Jahrhunderts, die dem menschlichen Bedürfnis nach Zugehörigkeit, Verbundenheit und Geschichten nachspürt.
In den 1670er Jahren versuchte der schwedische Universalgelehrte Olof Rudbeck zu beweisen, dass der Ort, den die klassische Mythologie als Atlantis bezeichnete, in Skandinavien lag. Im Laufe von drei Jahrzehnten erweiterte er seine Thesen und behauptete in seinem Monumentalwerk Atlantica, dass alle antiken Mythen ihren Ursprung im Norden gehabt hätten und die Wiege der Zivilisation im Norden gestanden habe.
Auf seiner Reise durch Schwedens Berge, Flüsse und Gletscher folgt Bernhard Schirg – geleitet von Büchern, Karten und Panoramaskizzen aus dem 17. Jahrhundert – den Spuren Rudbecks und zeichnet dessen imaginäre Geografie nach. Zusammen mit dem Entdecker Lars Larsson begibt er sich in Landschaften, von denen Rudbeck behauptete, dass sie Mythen wie Atlantis und Elysium zu Grunde lägen. Seine Reise wird so zur Suche nach Antworten auf die Frage, welche Sichtweisen diese Mythen einst in der Natur des Nordens verankert haben.
Rudbecks ganzheitlicher Vision und Erzählung der schwedischen Landschaften steht der transformative Einfluss des Menschen gegenüber. Durch seine Eingriffe in die Natur verändert er fortwährend das, was Rudbeck einst als unveränderlich beschrieb. „Frozen Atlantis“ wirft die Frage auf, wie die Geschichten, die wir erzählen, unsere Beziehung zur Welt um uns herum prägen. Können Mythen auch im postfaktischen Zeitalter neue Sichtweisen inspirieren – Sichtweisen, die uns berühren?
Im Anschluss an den Film diskutieren in einem Podiumsgespräch
- Dr. Bernhard Schirg
Forscher, Regisseur und Produzent von „Frozen Atlantis“ - Dr. Barbara Sutter
Universität Hamburg, Leitung Career and Qualification und stellvertretende Leitung
der UHH-Transferagentur - Sarah Gorf-Roloff, M. A.
Freiberufliche Illustratorin (Studio Ranokel) und Wissenschaftskommunikatorin - Prof. Dr. Thorsten Logge
Universität Hamburg, Professor für Public History
über Möglichkeiten, Chancen und Grenzen der Wissenschaftskommunikation in den Geisteswissenschaften.
Trailer
Filmessay „Frozen Atlantis – Seeking Wonder in Shifting Lands“, OmU
Englisch mit deutschen Untertiteln, 62 Minuten
6. Oktober 2026, 19:00 – 21:15 Uhr | Metropolis Kino Kleine Theaterstraße 10, 20354 Hamburg
Eintritt: 5 Euro, für Studierende des Master Public History kostenfrei nach Anmeldung über die Studiengangskoordination.
In Kooperation mit der Landeszentrale für politische Bildung.
Bernhard Schirg – Reaching for Atlantis

Bernhard Schirg ist promovierter Renaissanceforscher, Autor und Filmemacher. Als Freigeist-Fellow leitete er bis 2025 im Arbeitsbereich Public History der Universität Hamburg das Forschungsprojekt „Reaching for Atlantis“.
Ausgangspunkt des Projekts waren die Vorstellungen des schwedischen Gelehrten Olof Rudbeck von Schweden als Ursprung aller Zivilisation und Mythologie. Ende des 17. Jahrhunderts behauptete Rudbeck auf der Grundlage historischer Studien, antiquarischer Forschung und eigens veranlasster Expeditionen in den hohen Norden, Schweden sei das in den antiken Mythen beschriebene Atlantis. In der Natur und den Landschaften des Landes erkannte er zugleich die realen Vorbilder sagenhafter Orte der Antike wie Elysium und Helikon.
Im Rahmen des Projekts führten Bernhard Schirg zahlreiche Fellowships und Forschungsaufenthalte ins Ausland, unter anderem nach Uppsala, Oxford und in die Landschaften Nordschwedens. In seiner Arbeit verbindet er historisch-literarische Forschung mit Fragestellungen der Environmental Humanities und einem breiten Spektrum der Wissenschaftskommunikation.
Zu den im Projekt entwickelten Transferformaten zählen literarisches Erzählen und Storytelling , digitale Plattformen, ein Theaterstück mit Begleitmaterialien für Schulen sowie Film.
Auch der filmische Essay Frozen Atlantis (62 Minuten) entstand in diesem Zusammenhang. Er folgt Rudbecks Erzählung vom Ursprung der Mythologie in einer vermeintlich unwandelbaren Natur des Nordens in die heutige Realität der Berge, Flüsse und Gletscher Nordschwedens. Dabei spürt er der Film der Frage nach, wie Erzählungen unser Verhältnis zur Umwelt geprägt haben und bis heute prägen.
Das Projekt „Reaching for Atlantis“ wurde von der VolkswagenStiftung im Rahmen eines Freigeist-Fellowships gefördert. Zahlreiche der genannten Initiativen unterstützte die Stiftung mit zusätzlichen Mitteln für die Wissenschaftskommunikation.

