„Tor zur Freiheit?! Ein außerschulischer Lernort zu DDR-Geschichte in Hamburg“
Das Arbeitsfeld Public History an der Universität Hamburg und die Landeszentrale für politische Bildung Hamburg starteten im Oktober 2025 ein neues Projekt zur DDR-Geschichte: „Tor zur Freiheit?!“ untersucht die Möglichkeiten für einen außerschulischen Lernort in der Hansestadt und bietet ab 2026 vielfältige Formate an unterschiedlichen Orten in der Stadt. „Tor zur Freiheit?! Ein außerschulischer Lernort zu DDR-Geschichte in Hamburg“ (10/2025 - 05/2027) ist ein Kooperationsprojekt zwischen dem Arbeitsfeld Public History und der Landeszentrale für politische Bildung Hamburg. Ermöglicht und finanziert wird es vom Bundesminister für Medien und Kultur (BKM) im Bundesprogramm „Jugend erinnert“ und unterstützt von der Bundesstiftung zur Aufarbeitung der SED-Diktatur. Projektverantwortliche ist Theresa Hertrich.
Seit 2021 arbeitet die Public History Hamburg daran, DDR-Geschichte im Hamburger Kontext sichtbar zu machen und ihre Bedeutung für gegenwärtige gesellschaftliche Diskurse hervorzuheben. In den Projekten „Orte der (Un-)Sichtbarkeit“ (Laufzeit 11/2021-12/2023, Kooperationsprojekt zwischen der Landeszentrale für politische Bildung Hamburg und dem Arbeitsfeld Public History. Ermöglicht und finanziert wurde es von der Bundesministerin für Medien und Kultur (BKM) im Bundesprogramm „Jugend erinnert“ und unterstützt von der Bundesstiftung zur Aufarbeitung der SED-Diktatur, Projektverantwortliche waren Theresa Hertrich und Jan Krawczyk) und „Demokratie vor Ort – Persönliche Erinnerungen von Hamburger:innen aus der DDR“ (Laufzeit 07/2024–12/2025, Kooperationsprojekt zwischen der Landeszentrale für politische Bildung Hamburg und dem Arbeitsfeld Public History und wurde gefördert von der Stiftung Orte der deutschen Demokratiegeschichte. Projektverantwortliche waren Theresa Hertrich und Jan Krawczyk ) haben wir intensiv mit Zeitzeug:innen gearbeitet und ein Netzwerk geschafften, um individuelle Erfahrungen und biografische Perspektiven in diesem Kontext sichtbar zu machen. In neu entwickelten Formaten der Wissenschaftskommunikation haben wir die historische Forschung für ein breites Publikum zugänglich gemacht und wissenschaftliche Forschung angestoßen, die das Themenfeld weiter vertiefen und eine systematische Aufarbeitung der spezifischen Verflechtungen zwischen DDR-Geschichte und Hamburger Stadtgesellschaft ermöglichen.
In unseren Projekten werden Erinnerungen von Menschen, die aus der DDR nach Hamburg kamen, dokumentiert, erforscht und vermittelt. Diese Menschen sind geflohen, ausgereist oder wurden aus politischer Haft befreit. Über ihre Geschichten werden auf ereignisgeschichtlicher Ebene individuelle Faktoren der Migration, Topografien, Soziografien und Praktiken des Ankommens erschlossen und dargestellt. Daneben werden historische Gegenwarten des Erinnerns sowie deren Beeinflussung und Veränderung durch individuelle, soziale und vor allem gesellschaftliche Transformationen behandelt – von der Blockkonfrontation über den Mauerfall und die Wiedervereinigung bis hin zur Historisierung der DDR. Das Modellprojekt erforscht somit Erinnerungen, Erfahrungen und Strukturen der Migration und Transformation in einer westdeutschen Großstadt, macht diese unter Beteiligung von Zeitzeug:innen sichtbar und bringt sie in den Dialog mit Jugendlichen und jungen Erwachsenen mit sowie ohne Migrationserfahrungen.
Langfristig streben wir die Schaffung eines Raums an, in dem Erinnerungen an SED-Diktatur und DDR-Unrecht mit der Lokalgeschichte Hamburgs verflochten und damit nachhaltig in der Hansestadt verankert werden können. Ein außerschulischer Lernort soll entstehen, der es vor allem jungen Menschen ermöglicht, sich (womöglich erstmalig) mit DDR-Geschichte auseinanderzusetzen. Dabei sollen auch eigene Erlebnisse oder Erfahrungen zum Themenkomplex Flucht, Ankommen und Einleben in einer neuen Gesellschaft besprochen und sichtbar gemacht werden. Der Lernort soll Zeitzeug:innen die Möglichkeit geben, ihre Erinnerungen langfristig zu hinterlegen und damit nachhaltig zu bewahren. Durch eine erneute Förderung in der Förderlinie „Jugend erinnert“ des BKM ist diese Anschubfinanzierung nun möglich bis Mai 2027.
Mit dem außerschulischen Lernort sollen Räume für Menschen, vor allem aber auch mit Menschen geschaffen werden: Ihre Wünsche, Bedürfnisse und Ideen zur Umsetzung werden einbezogen, damit der Lernort ein Ort für alle werden kann. 2026 entsteht hierfür zunächst ein „Inkubator“ in Form eines „Pop-Up-Lernorts“. Hier werden rund um den Jahrestag zum zur Friedlichen Revolution Fragen gestellt, Gespräch geführt und Ideen in Workshops, Lesungen, Performances entwickelt. Der Inkubator fungiert als ein temporärer Ort der Zusammenkunft und soll dabei maximale Sichtbarkeit herstellen.
Mit einer praxisnahen Entwicklung kann das Projekt exemplarisch den Weg öffnen für eine nachhaltige Beschäftigung mit DDR-Geschichte in Hamburg und darüber hinaus auch in anderen westdeutschen Bundesländern. Das Projekt ist daher in seiner Zielsetzung und Genese auf multilaterale Kooperationen ausgelegt. Als Kooperation zwischen der Universität Hamburg und der Landeszentrale für politische Bildung Hamburg angelegt, ergeben sich über den Lernort nachhaltige Synergieeffekte zwischen Wissenschaft und Bildungspraxis. Bei den zentralen Kooperationspartner:innen handelt es sich um teilweise langjährige Partner, mit denen die Zusammenarbeit zunehmend institutionalisiert und für eine langfristige und nachhaltige Zusammenarbeit verstetigt wird:
- Grenzhus Schlagsdorf
- Stasi-Unterlagen-Archiv-Rostock
- Lernort Demokratie Verden
- Bremer Bündnis für deutsch-tschechische Zusammenarbeit
Gefördert von...
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